Bürgermeister-Radtour in Rendsburg vom 18. Juni 2009

Der Rendsburger Bürgermeister Andreas Breitner lud wieder zur Bürgermeister-Radtour zur Erkundung des Rendsburger Radwegenetzes ein. Dieses Mal ging es in Richtung Hochfeld. Herr Moritzen vom Bauamt hatte die Tour wie auch in den vorangegangen Jahren organisiert. Die Veranstaltung hat sich zum gesellschaftlichen Ereignis entwickelt, in dessen Rahmen vor allem städtische Projekte vorgestellt werden.
Zur Veranstaltung wurde am Dienstag und am Donnerstag selbst in der Landeszeitung eingeladen. Sowohl die vor Ort präsenten radverkehrspolitischen Verbände als auch die Ratsherren hatten durch die Zeitung vom Termin erfahren. Die Zahl der Teilnehmer war sehr groß und lag mit Sicherheit über 30. Der Alterdurchschnitt war dabei signifikant hoch, was aber seine Ursache wohl auch in der Demographie unserer Region und im Termin selbst hat. Um 17 Uhr dürfen viele Rendsburger wohl noch arbeiten oder sitzen auf dem Rad, im Auto oder Zug aufdem Heimweg. (Anm.: Der Autor dieser Zeilen ließ eigens Veranstaltungen an der Uni “ausfallen, um am Termin teilnehmen und ein wenig Aufklärungsarbeit leisten zu können.)

Vor Beginn der Tour wurden Geschenke verteilt. Der Aufkleber mit der Aufschrift “rendsburg. hier passiert die welt” mit dem neuen Logo der Stadt ist für das Fahrrad leider zu groß. Auch erfüllt die Kleinschreibung nicht Jedermanns Geschmack. Großen Anklang fand das Reflektorband, welches fast alle Teilnehmer während der gesamten Tour trugen. Die Herren Breitner und Moritzen bemühten sich um persönliche Begrüßung der Teilnehmer. Ein Anwesender Verbandsvertreter verteilte Einladungen zum Radler-Stammtisch des ADFC, eine Übersicht über die Rechtslage mit Werbung für dieses Portal sowie später am Zielort eine kleine Präsentation des ADFC mit Musterbeisbielen und Problemstellen.
Das Flugblatt “Radfahren in Rendsburg” der Stadtverwaltung sollte eigentlich vorgestellt werden. Es wurde jedoch nur verteilt. Auffällig ist am Veloroutennetz des Faltblattes, das dieses auch ungeeignete Strecken enthält. Besonders störend für die vom Nationalen Radverkehrsplan angestrebte Erhöhung des Fahrradanteils am Verkehrsaufkommen sind Schikanen auf Velorouten, welche die Durchfahrt mit Anhängern verhindern. Die Broschüre muß noch bei Gelegenheit im Einzelnen analysiert und besprochen werden.

Während der Tour fiel auf, daß die große Masse eher ordnungswidrig auf den Gehweg als ordnungsgemäß auf die Fahrbahn auswich. In Einzelgesprächen auf der Fahrt zwischen den Etappen wurde deutlich, daß auch den regelmäßigen Radfahrern die Rechtslage seit 1998 unbekannt ist.Es bleibt zu hoffen, daß im Rahmen der kleinen Fahrradnovelle zum 1. September 2009 ausführlich über die Rechtslage in den Medien berichtet wird. Der große Verband hätte in Zweierreihe nebeneinander überall auf der Fahrbahn fahren dürfen (§ 27 StVO) .

Die Tour führte über dem Paradeplatz am Kreishaus vorbei in die Alte Kieler Landstraße. Dort ging es weiter in Richtung Saatsee, auf den neuen Radwanderwegen in Richtung Hochfeld. Von der Fähre Nobiskrug aus führte Herr Moritzen in Richtung Parksiedlung über die Kieler Straße. Dort ging es durch einen Gehweg(!) an dem Neubau der Ganztagsschule vorbei. Schließlich fuhren wir durch die sehr schöne, neue Parkanlage zum Obereiderhafen, über die schmale Brücke am Schwarzen Stieg und (Anm.: wenn ich mich recht entsinne) die Meynstraße entlang zum Kronwerk. Insgesamt waren das etwa 12 km. An einigen Etappen zielen berichtete Herr Breitner über Probleme oder Planungen für die betreffende Stelle.
Beklagt wurde von Teilnehmern unter anderem die Ausrichtung des Spiegels bei der Abfahrt aus dem Eiland an die Kieler Straße. Ein für Rendsburg typisches Problem zeigte sich an der Ampel der Kreuzung Kaiserstraße/Alte Kieler Landstraße als ein älterer Teilnehmer bei der Querung an der hohen Kante des unzumutbaren Hochbordradweges stürzte. Zum Glück verlief der Stutz glimpflich und ohne Verletzungen.

Zielort war das Kronwerk Gymnasium, wo es belegte Brötchen  und Erfrischungen gab. Herr Moritzen machte sich Notizen über die Klagen von Teilnehmern, Herr Breitner hielt ein kurzes Schlußwort und schloß die Veranstaltung recht bald.Herr Moritzen machte sich noch engagiet auf, sich eine benannte Problemstelle selbst anzusehen.

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